- Im Gespräch mit Manuel Sontowski und Philipp Hofmockel -
Der Wohnungsmarkt steht in vielen deutschen Städten unter Druck. Neubau ist teuer, Grundstücke sind rar, und für viele Menschen wird der Zugang zu Wohneigentum immer schwieriger. Die S&P Grund Invest setzt deshalb bewusst auf einen anderen Ansatz: Bestandsimmobilien in guten Lagen, die Menschen insbesondere in der Metropolregion Nürnberg den Einstieg ins Eigentum ermöglichen. Gleichzeitig baut das Unternehmen gezielt ein eigenes Portfolio an Wohnimmobilien auf.
Ein Gespräch mit den geschäftsführenden Gesellschaftern Manuel Sontowski und Philipp Hofmockel über ihre Strategie und ihren Blick auf den Wohnungsmarkt.
Wenn Sie Ihre Unternehmensidee in einem Satz zusammenfassen müssten – wie würde sie lauten?
Manuel Sontowski:
Wir wollen Menschen den Zugang zu finanzierbarem Wohneigentum ermöglichen und gleichzeitig ein nachhaltiges Portfolio an Wohnimmobilien aufbauen, indem wir hochwertige Bestandsimmobilien in guten Lagen erwerben und professionell weiterentwickeln.
Philipp Hofmockel:
Bestandsimmobilien sind ein wichtiger Teil der Lösung für den Wohnungsmarkt – gerade, wenn es darum geht, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig lebendige Stadtquartiere zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Wie ist diese Geschäftsidee entstanden?
Manuel Sontowski:
Die Idee entstand vor einigen Jahren aus einer einfachen Marktbeobachtung: Grundstücke für Neubau wurden immer knapper und gleichzeitig deutlich teurer. Damit wurde es zunehmend schwieriger, Wohnraum zu entwickeln, der für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar ist. Wir haben uns deshalb gefragt, wo es noch Potenzial gibt – und sind relativ schnell beim Bestand gelandet. Gerade Mehrfamilienhäuser mit Entwicklungspotenzial in gewachsenen Stadtlagen bieten hier große Chancen.
Philipp Hofmockel:
Ich habe viele Jahre in der Grundstücksakquise, unter anderem bei der S&P Stadtbau, gearbeitet und gesehen, wie stark sich der Markt verändert hat. Neubau richtet sich heute oft an eine sehr kleine Zielgruppe, weil die Preise entsprechend hoch sind. Bestandsimmobilien bieten dagegen die Möglichkeit, Wohnraum weiterzuentwickeln, Eigentum zu ermöglichen und gleichzeitig ein langfristig stabiles Portfolio aufzubauen. Genau dort setzt die Grund Invest an.
Was bedeutet dieser Ansatz konkret für Ihre Investitionsstrategie?
Philipp Hofmockel:
Wir konzentrieren uns vor allem auf Mehrfamilienhäuser in guten innerstädtischen Lagen. Vor dem Ankauf prüfen wir im Detail, wie sich die Immobilie langfristig entwickeln lässt. Ein Teil der Objekte wird in unser eigenes Bestandsportfolio übernommen, ein anderer Teil wird im Rahmen einer Wohnungsprivatisierung strukturiert und anschließend im Einzelvertrieb verkauft.
Manuel Sontowski:
Unser Ansatz ist bewusst zweigleisig. Zum einen bauen wir ein eigenes Portfolio an Wohnimmobilien auf, das stabile und nachhaltige Erträge generiert. Zum anderen schaffen wir durch die Privatisierung einzelner Wohnungen Chancen für Menschen, die Wohneigentum erwerben möchten. Beides ergänzt sich sehr gut und ermöglicht uns, flexibel auf Marktbedingungen zu reagieren.
Sie haben die Leistbarkeit bereits als Stichwort erwähnt. Welche Rolle spielt sie für Ihr Geschäftsmodell?
Philipp Hofmockel:
Eine sehr große. Wenn man sich den Markt anschaut, wird schnell klar: Neubau ist für viele Haushalte kaum noch finanzierbar. Gut erhaltene Bestandswohnungen sind dagegen oft deutlich günstiger – und liegen gleichzeitig in attraktiven Lagen. Für viele Käufer ist das eine echte Chance.
Manuel Sontowski:
Gerade für junge Familien kann das auch eine echte Alternative zum eigenen Häuschen in Umland sein. Das ist aktuell für junge Familien finanziell kaum noch zu stemmen. Eine schöne Altbauwohnung, die auch noch zentral liegt, ist für viele plötzlich eine leistbare und sehr attraktive Alternative. Bestandsimmobilien bieten die Möglichkeit, weiterhin innerstädtisch zu wohnen und trotzdem Eigentum zu erwerben. Das ist ein wichtiger Beitrag, um lebendige Stadtquartiere zu schaffen.
Wer sind die typischen Käufer Ihrer Wohnungen?
Manuel Sontowski:
Das hängt stark von der Wohnungsgröße ab. Größere Wohnungen werden häufig von Eigennutzern gekauft, etwa von jungen Familien. Kleinere Einheiten sprechen eher Kapitalanleger an, die in Wohnimmobilien investieren möchten. Durchschnittlich verkaufen wir 30-40 Prozent an Eigennutzer.
Philipp Hofmockel:
Uns ist dabei wichtig, dass bestehende Mietverhältnisse respektiert werden, kein Mieter muss seine Wohnung verlassen. Ein Teil der Wohnungen wird an Kapitalanleger veräußert, aber wir erleben auch häufig den Fall, dass Mieter die Chance nutzen, die Mietwohnung als Eigentum zu erwerben. Das ist für viele eine tolle Option ins Eigentum zu kommen und ein zentrales Moment unseres Ansatzes.
Ein Schwerpunkt Ihrer Aktivitäten liegt in der Metropolregion Nürnberg. Warum gerade dort?
Manuel Sontowski:
Die Region gehört wirtschaftlich zu den dynamischsten in Deutschland und bietet zudem eine hohe Lebensqualität. Städte wie Nürnberg oder Erlangen verbinden wirtschaftliche Stärke mit einer gewachsenen urbanen Struktur. Genau dort finden sich viele Bestandsimmobilien mit Entwicklungspotenzial.
Philipp Hofmockel:
Hinzu kommt, dass wir den Markt hier sehr gut kennen. Kurze Wege und lokale Marktkenntnis sind für uns ein großer Vorteil. Wir sehen aktuell weiterhin ein gutes Angebot an hochwertigen Bestandsimmobilien, die zu unserer Strategie passen. Erst kürzlich haben wir mehrere Mehrfamilienhäuser in zentralen Nürnberger Lagen mit insgesamt 54 Wohneinheiten erworben.
Zum Abschluss ein Blick nach vorn: Wo befindet sich die S&P Grund Invest aus Ihrer Sicht in fünf Jahren?
Philipp Hofmockel:
Unser Ziel in den nächsten Jahren ist es, ein starkes Portfolio aufzubauen, das Menschen weiterhin den Zugang zu Wohneigentum ermöglicht und auch wirtschaftlich nachhaltig funktioniert. Wir wollen wachsen, aber bewusst und mit Augenmaß. Uns ist wichtig, ein agiles Unternehmen zu bleiben, das schnell auf Marktveränderungen reagieren kann. Wie schnell sich Bedingungen ändern können, sehen wir ja angesichts der Entwicklungen der letzten Jahre. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind daher wichtiger, als langfristige Pläne in der Schublade zu haben.
Manuel Sontowski:
Seit der Gründung 2021 hat sich die S&P Grund Invest erfolgreich im Markt etabliert und Immobilien im Volumen von rund 40 Millionen Euro angekauft. Darauf bauen wir auf und fokussieren uns unverändert auf Mehrfamilienhäuser in innerstädtischen Lagen – zunächst auf die wirtschaftlich starke Region der Metropolregion Nürnberg. Für die kommenden Jahre sehen wir hier noch sehr viel Potenzial, perspektivisch können wir uns aber natürlich auch andere Regionen vorstellen.